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Vegan! Und dann?

Was sich durch den Veganismus in meinem Leben alles verändert hat. Teil 2: Kleingärtner & Selbstversorger, öffentliches und politisches Engagement, Müllvermeidung & Minimalismus
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Der Einstieg in die vegane Ernährung war für mich der Beginn einer unglaublichen Reise, die bis heute anhält. 

 

Wenn mir vor mehr als vier Jahren jemand erzählt hätte, welche Auswirkungen dieser Schritt auf mein gesamtes Leben haben würde, hätte ich nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. 

Nachdem ich dir im ersten Teil dieses Artikels über meine Erfahrungen in den Bereichen gesunde Ernährung, Klimaschutz, Tierschutz und bewussten Konsum berichtet habe, geht es jetzt um meine ersten Schritte als Kleingärtner und Selbstversorger, mein öffentliches und politisches Engagement sowie um das Thema Müllvermeidung & Minimalismus. 

Also, auf in die 2. Runde!


Kleingärtnern und Selbstversorgung


Kleingärtnern

Durch die zunehmende Auseinandersetzung damit, woher unsere Lebensmittel stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden, kam nach und nach der Wunsch bei mir auf, noch mehr darüber zu lernen. 

Zwar sind meine Frau und ich auch vorher schon durch die Felder und Wiesen unserer Umgebung gezogen, um bspw. Brombeeren und Fliederbeeren oder auch Fallobst zu sammeln, aber im Hinterkopf war schon immer die Idee eines eigenen Gartens. 

Außerdem fanden wir den Gedanken spannend, mit dem eigenen Anbau von Obst und Gemüse zumindest einen kleinen Schritt in Richtung Selbstversorgung zu unternehmen.

Am Ende der Überlegungen stand dann der relativ spontane Entschluss, einen Kleingarten zu pachten.


Übrigens: Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie auch du zum Kleingärtner werden kannst, findest du hier meinem Artikel “How to become a Kleingärtner”.


Dass es bis zur Selbstversorgung jedoch ein langer Weg ist, mussten wir dann aber auch relativ schnell feststellen. 

Dennoch ist so ein Garten eine unschätzbare Erfahrung.

Allein die Auseinandersetzung damit, wie lange es braucht, eine Ernte in nennenswertem Umfang zu erzielen, nötigte mir noch einmal einen ganz neuen Respekt vor der Produktion unserer Grundnahrungsmittel ab. 

Zwar musst du nicht unbedingt am eigenen Leib erfahren, welchen Aufwand es bedeutet, eine Pflanze vom Samenkorn bis zur Ernte zu hegen zu pflegen, um zu dieser Erkenntnis zu kommen, aber diesen Prozess mit allen Höhen und Tiefen selbst zu erleben, lässt sicher auch dich unsere tagtägliche Nahrung noch einmal ganz anders wertschätzen.

Insofern kann ich dir nur empfehlen, auch einmal deinen grünen Daumen auszuprobieren. Es muss ja nicht unbedingt gleich ein ganzer Garten sein.

Ein paar Kästen oder Kübel auf dem Balkon oder auf der Terrasse tun es auch. Oder du schließt dich einer Urban Gardening-Initiative an, die es mittlerweile in vielen großen Städten gibt. 


Öffentliches und politisches Engagement


Der Schritt in Richtung vegane Ernährung im Mai 2015 zog schnell den Gedanken nach sich, meine Erfahrungen auch mit anderen zu teilen und ihnen mit Ratschlägen und Tipps zur Seite zu stehen. 

Das Ergebnis hast du gerade vor dir: dieser Blog. Klar. 😉

Ich habe damals natürlich noch nicht geahnt, welches Echo „Ich bin jetzt vegan!“ nach sich ziehen würde.

Mittlerweile hat “Ich bin jetzt vegan!” mehr als 17.000 Follower auf Facebook und mehr als 10.000 Menschen lesen jeden Monat die Artikel und Beiträge. Wow!

Und auch meine beiden Podcasts erreichen mit jeder Episode mehrere tausend Hörer*innen.

Es ist ein großartiges Gefühl, über das eigene Handeln hinaus auch noch viele andere Menschen zu inspirieren und für die vegane Lebensweise zu begeistern. 

Dennoch hatte ich das Gefühl, dass auch das nicht reicht.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich zusätzlich tun könnte und so reifte die Idee, auch auf politischer Ebene tätig zu werden.

Deshalb bin ich seit Anfang 2018 bei Bündnis 90/Die Grünen aktiv.

Seit der Kommunalwahl letzten Jahres sitze ich als sogenanntes bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Kultur, Schule und Sport unserer kleinen Stadt und versuche nun auch dort, die Werte eines nachhaltigen und ökologischen Lebens durchzusetzen und zu vertreten. 

Vielleicht hast auch du Lust, dich für die vegane Sache und die Rettung unseres Planeten einzusetzen? Es muss ja nicht unbedingt ein Mitgliedschaft in einer Partei sein. Es gibt so unglaublich viele tolle Umwelt- und Tierschutzgruppen, die sich über ehrenamtliche Helfer*innen freuen. 

Dein Engagement kann aber auch ganz privat sein, indem du bspw. Freundinnen und Freunden einen veganen Kochkurs gibst, Leserbriefe an die Lokalzeitung schreibst oder Geld für einen Gnadenhof spendest.

Die Frage ist nur: Wann legst du los?


Minimalismus und Müllvermeidung


Minimalismus

Mein Einstieg in den Veganismus hatte neben gesundheitlichen Aspekten auch ganz explizit mit den Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima und die Umwelt zu tun. 

Wenn du dich mit dem CO2-Fußabdruck unserer Nahrung auseinandersetzt, musst du dir zwangsläufig auch die Frage stellen, welche weiteren negativen Effekte unsere exzessive westliche Lebensweise hat und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Schnell war für mich klar: Wir leben im absoluten Überfluss und haben von allem viel zu viel. 

Wenn du diesen Gedanken einmal verinnerlicht hast, triffst du viele Konsumentscheidungen unter einem ganz anderen Aspekt.

Die ganz konkrete Frage “Brauche ich das wirklich?” kann dabei schon Wunder bewirken. 

Doch weniger anzuschaffen und zu konsumieren ist nur der eine Aspekt. Mir wurde es auch zunehmend wichtig, mich mit weniger Dingen zu umgeben, weshalb ich viele Sachen verkauft oder verschenkt habe, um so im wahrsten Sinne des Wortes, Platz in meinem Leben für Wichtigeres zu schaffen. 

Kaputtes wird nach Möglichkeit repariert; Dinge, die ich nur selten brauche, leihe ich mir und vieles, das ich früher neu gekauft habe, erwerbe ich mittlerweile Second Hand. 

Neben weniger Zeugs, um das man sich kümmern muss, erzeugt man so deutlich weniger Müll und verbraucht erheblich weniger Ressourcen.

Und auch beim Einkaufen setze ich noch mehr als zuvor auf Müllvermeidung.

Zero waste ist zwar das große Ziel, aber der Weg dahin doch recht lang.

Allerdings können wir durch unseren wöchentlichen Einkauf auf dem Wochenmarkt – und indem ich regelmäßig die Unverpacktläden auf meinem Arbeitsweg nutze –  doch schon eine Menge Müll vermeiden.

Ganz ohne geht es aber leider noch immer nicht … 


Zu guter letzt …


Gute Reise

Natürlich ist die Liste der Dinge, die sich durch den Veganismus in meinem Leben verändert haben nicht vollständig und abgeschlossen.

Vieles davon ist im Fluß und es ist extrem spannend, diese Entwicklungen mitzuerleben und zu gestalten. 

Die Entscheidung für die vegane Ernährung kann so viel mehr sein als “nur” der Entschluss, keine tierischen Produkte mehr zu sich zu nehmen. 

Lass dich überraschen, was dir auf deiner veganen Reise so alles pasiert.

Was du daraus machst, bleibt ganz dir überlassen!

Ich wünsche dir viel Neugierde und Spaß dabei.


Was hat sich in deinem Leben durch den Veganismus verändert? Schreibe jetzt einen Kommentar!


 

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