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Vegan! Und dann?

Was sich durch den Veganismus in meinem Leben alles verändert hat. Teil 1: Gesunde Ernährung, Klimaschutz, Tierschutz und bewusster Konsum
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Etwas mehr als viereinhalb Jahre ist es her, dass für mich das „Abenteuer“ vegane Ernährung begann.

 

Der Schritt war damals recht spontan, wenngleich ich mich zuvor schon mit der Thematik beschäftigt und auch schon einige Jahre als Vegetarier gelebt hatte.

Wenn ich heute auf den Mai 2015 zurückblicke, in dem die Sache ihren Anfang nahm, kommt es mir ziemlich unglaublich vor, was dieser Entschluss alles nach sich gezogen hat – nicht zuletzt ist dieser Blog und mein Podcast deshalb entstanden.


Übrigens: Falls du wissen möchtest, wie ich zum Veganer wurde, kannst du das in meinem Blogartikel „Wie ich erstaunlicherweise zum Veganer wurde“ nachlesen.


Auch wenn vielleicht nicht alle Veränderungen, von denen ich dir berichten möchte, unmittelbar der Entscheidung für die vegane Lebensweise zuzuschreiben sind, so hat doch dieser Schritt ohne jeden Zweifel eine Menge Entwicklungen in Gang gesetzt.

Im diesem ersten Teil geht‘s um die Themen gesunde Ernährung, Klimaschutz, Tierschutz und bewussten Konsum.

Im nächsten Teil berichte ich dir dann über meine Erfahrungen als Kleingärtner, mein öffentliches und politisches Engagement und die Themen Müllvermeidung und Minimalisus.

Auf geht’s!


Gesunde Ernährung


Gesunde Ernährung

Der offensichtlichste Punkt war, dass ich meiner Ernährung noch einmal einen ganz neuen Stellenwert eingeräumt habe.

Zwar habe ich mich zuvor, auch bedingt durch meine sportlichen Aktivitäten, sicher nicht ungesund ernährt, mit dem Schritt zum Veganismus begann für mich allerdings eine ganz neue Art der Auseinandersetzung mit der täglichen Nahrungsaufnahme.

Allein dadurch, dass ich bei den gewohnten, konventionellen Lebensmitteln die Etiketten daraufhin durchsehen musste, ob ich diese Produkte als Veganer weiterhin verzehren konnte, lernte ich ungemein viel darüber, welche unglaublichen Mengen an Zusatzstoffen vielen herkömmlichen Nahrungsmitteln zugesetzt werden.

Die eine oder andere Zutatenliste liest sich dabei weniger wie die Zugaben zu einem Lebensmittel, sondern eher wie die Bestandteile eines Chemiebaukastens. Erschreckend!

Die Konsequenz: Ich kaufte deutlich weniger Fertigprodukte ein und viel mehr Frisches kam ab sofort auf den Tisch.

Den Haupteinkauf erledige ich seitdem einmal wöchentlich frisch, regional und saisonal auf dem Wochenmarkt.

Der verbleibende, kleine Rest wird im Bio- oder Supermarkt oder im Unverpacktladen dazugekauft.

Und natürlich setzte ich mich intensiv damit auseinander, wie sich eine vegane Ernährung auf meine Gesundheit auswirken würde.

In dieser Zeit habe ich so viel über Nahrungsmittel, deren Bestandteile und ihre Wirkung auf unseren Körper gelernt, wie noch nie in meinem Leben.


Klimaschutz


Damit war mein Wissensdurst allerdings noch nicht gestillt … denn wenn ich erst einmal neugierig geworden bin, kann ich mich richtig in ein Thema reinfuchsen.

Neben Blogs und Büchern zum Thema Veganismus gibt‘s ja auch jede Menge tolle Filme, die sich mit der pflanzlicher Ernährung beschäftigen  – ja, auch Filme, in denen man sich nicht die grausamsten Tierquälereien ansehen muss – das brauch‘ ich nämlich nicht. Das glaub‘ ich auch so.

Egal, zurück zum Thema: Wenn man sich da überall einliest und einguckt, merkt man ziemlich schnell, dass eine pflanzliche Ernährung die Ernährungsweise mit dem kleinsten CO2-Footprint ist.

Puh! Ein toller Nebeneffekt, aber auch einer, der dazu auffordert, es nicht darauf beruhen zu lassen.

Für mich ist klar: Die vegane Ernährung ist nur ein Bestandteil eines klimaverträglicheren Lebens, das darin bestehen muss, auch in allen anderen Belangen die Auswirkungen unseres Handelns auf unseren Planeten zu berücksichtigen.

Dies insbesondere durch den Verzicht auf Flugreisen, bewussteren (eingeschränkteren) Konsum, Vermeidung von Abfall und ein deutliches öffentliches und politisches Eintreten für den Erhalt unseres Planeten. Doch dazu mehr in Teil 2 dieses Artikels.

Erst einmal zu einem Thema, dass mich bis dahin nicht wirklich gejuckt hatte.

Peinlich, aber wahr …


Tierschutz


Tierschutz

Ja, ich gebe es zu. Auch ich wusste nicht, dass Kühe nicht immer Milch geben und männliche Küken geschreddert werden.

Heute frage ich mich natürlich, welcher normale Mensch, der von diesen Umständen weiß, sich eigentlich noch guten Gewissens gegen eine vegane Ernährung entscheiden kann …

Aber auch ich war mal an diesem Punkt und deshalb dachte ich, dass ich mit meiner damaligen vegetarischen Ernährung schon ordentlich was für den Tierschutz tun würde. Motto: „Für meine Ernährung muss kein Tier sterben!“ Pustekuchen!

Erst auf einem der veganen Straßenfeste in Hamburg, dessen Bühnenprogramm ich seit einigen Jahre moderiere, wurde ich intensiver mit dem Thema konfrontiert.

Zahlreiche Stände von Tierschutzorganissationen sind dort vertreten und auch auf der Bühne gibt es immer wieder tolle und informative Vorträge rund um diese Thematik.

Mittlerweile sehe ich jedes „Nutztier“ – schon dieses Wort ist schrecklich – mit anderen Augen und tu Tierschutz schon lange nicht mehr als ein abseitiges Thema ab, für das sich nur einige Freaks einsetzen.

Zwar engagiere ich mich selbst nicht in einer Tierschutzorganisation, unterstütze sie aber nach Kräften und versuche ihnen immer wieder, auch im Rahmen meines Blogs und meines Podcasts, eine Plattform zu bieten, wie bspw. hier Jürgen Foß von Animal Rights Watch im Interview in meinem „Ich bin jetzt vegan!“-Podcast.


Bewusster Konsum


Oben habe ich schon kurz erwähnt, dass sich die Entscheidung für einen bewussteren Konsum in erster Linie aus meinen Gedanken über den Schutz dieses Planeten ergeben haben.

Als ich mich allerdings ein wenig mehr damit auseinandersetzte, kam ich mehr und mehr zu dem Schluss, dass in den letzten Jahrzehnten in unserer Konsumgesellschaft doch so einiges aus dem Ruder gelaufen ist.

Wir leben heute in einer Überflussgesellschaft, in der die allermeisten von uns das Maß für das, was gut, richtig und vertretbar im Sinne des Klima- und Umweltschutzes ist, komplett verloren haben.

Wenn allein schon der Einkauf von Biolebensmitteln und der Umstieg auf ein Elektroauto als die Lösung all unserer Probleme gesehen werden, läuft grundsätzlich so einiges schief!

Mittlerweile verstehe ich meine Eltern, die ich früher immer dafür belächelt habe, wenn sie mir erzählten, dass im Winter nur ein Zimmer ihrer Wohnung beheizt wurde, der Eintopf die ganze Woche gegessen wurde und es höchstens mal ein(!) Stück Schokolade für sie gab und nicht gleich eine ganze Tafel.

Das alles ist noch gar nicht so lange her, doch die Grenzen haben sich ganz allmählich und schleichend verschoben, so dass es heute zu Absurditäten kommt, die sich unsere Großeltern nicht einmal mit blühendster Fantasie hätten ausmalen können.

Wir kaufen Kaffee in Bechern, die wir nach fünf Minuten wegwerfen, wir verschwenden Lebensmittel in unermesslichen Außmaßen, verschmutzen die Weltmeere und unsere eigenen Körper mit Mikroplastik, heizen die Atmosphäre mit unseren Flugreisen auf und … merken es noch immer nicht.

Um es noch einmal zu sagen: wir sitzen alle in einem Boot – und dieses Boot ist unser Planet. Der einizige, den wir zum Leben haben. Und dem hilft nicht mehr, sondern weniger. Weniger von allem! Weniger Konsum, weniger Exzesse, weniger, weniger, weniger!

Konkret für mich bedeutet dies, jede Konsumentscheidung bewusst zu treffen und im Zweifelsfall darauf zu verzichten, keine Flugreisen zu unternehmen, viele Dinge (inkl. Kleidung) gebraucht – oder zumindest ökologisch und fair produziert – zu kaufen, wenig genutzte Sachen zu leihen oder zu teilen und so weit wie möglich auf Plastik und sonstigen Müll zu verzichten.

Und nein, es geht mir nicht schlecht dabei!

Ich lebe immer noch im Luxus verglichen mit geschätzt 80% der Menschen auf diesem Planeten!

Denn: Es geht uns so verdammt gut!

Und es geht bei weitem nicht darum „Verzicht“ zu üben! Es geht um Normalität und darum, wieder das richtige Maß zu finden!

Diese Tatsache ist mir immer deutlicher bewusst geworden.

Teil 2 dieses Artikels folgt demnächst!


Was hat sich in deinem Leben durch den Veganismus verändert? Schreibe jetzt einen Kommentar!


 

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