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Vegan im Bad: Christoph Laudon über Einhornstaub und Zahnbürsten im Museum

Mach mit und gewinne eines von drei Badezimmer-Sets von Hydrophil
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Vegan im Bad? Das klingt erstmal ein wenig skurril, oder?

Vielleicht geht es dir aber genau so wie mir und du stellst recht bald fest, dass sich ein veganes Leben nicht nur auf die Ernährung reduzieren lässt.

Sicher ist die tägliche Nahrungsaufnahme der größte und einschneidendste Schritt. In der Regel wird er dir aber auch die Augen dafür öffnen, dass in unglaublich vielen anderen Allltagsprodukten – und das oft unnötigerweise – tierische Bestandteile enthalten sind.

Manche Dinge sind dabei recht offensichtlich, wie bspw. Wolle oder Leder in der Kleidung.

Dass aber viele Produkte in meinem Bad tierische Bestandteile und umweltfeindliche Kunststoffe enthalten, darauf bin ich auch ich erst sehr spät gestoßen.

Christoph, Sebastian und Wanja, drei Freunde aus Hamburg, die sich durch ihr Engagement für die Hilfsorganisation Viva con Agua kennen, sind angetreten, das zu ändern.

Unter der Marke „Hydrophil“, was so viel bedeutet, wie „wasserliebend“, vertreiben die drei Hamburger ihr veganes, wasserneutrales und faires Hygienesortiment.

Ich habe mich mit dem Gründer und Geschäftsführer Christoph Laudon über vegane Zahnbürsten, nachwachsende Rohstoffe und nachhaltige Produktionsmethoden unterhalten.

Außerdem hast du die Chance, eines von drei großartigen Hydrophil-Badezimmer-Sets zu gewinnen.

Also, worauf wartest du noch?


Wasserneutrale, vegane & faire Produke


Hallo Christoph, meine erste Frage an dich lautet natürlich: Vegane, wasserneutrale und faire Zahnbürsten – wie geht das?

Das ist tatsächlich auch die beliebteste Frage. (lacht)

Warum wir das machen, hat eigentlich zwei Gründe.

Zum einen, als wir damit angefangen haben, gab es schon alternative Zahnbürsten, allerdings nicht aus Bambus, wie wir sie machen, sondern aus Holz.

Außerdem nur gab es die nur mit Tierhaaren, also Schweineborsten oder Dachshaar. Das war für uns der eigentliche Aufhänger.

Grundsätzlich ist es so, dass unser gesamtes Produktsortiment wasserneutral, vegan und fair ist.

Das heißt, wir achten auch bei Klebern und den Verpackungen darauf und verwenden nur tierversuchsfreie Rohstoffe.

Bei Produkten wie Seife und Mundwasser ist das natürlich noch relevanter als bei den Zahnbürsten.

Habt ihr als Gründer und Inhaber denn einen veganen Background und lebt vegan? Oder was war der Beweggrund für euch, vegan zu produzieren?

Teilweise, aber nicht alle. Wir würden auch niemandem vorschreiben wollen, vegan zu leben.

Wenn man allerdings ökologische Produkte herstellen möchte, die auch zukunftsträchtig sind, macht es einfach Sinn, auf bestimmte Bestandteile acht zu geben und das bedeutet für uns auch, vegan zu produzieren.

Warum sollten wir Produkte und Inhaltsstoffe für unsere Seifen an Tieren testen?

Das ist Quatsch. Wir können da grundsätzlich drauf verzichten. Es funktioniert ohne und ist auch gut so.


Vom T-Shirt zur Zahnbürste


Hyxdrophil Gruender

Euer erstes Produkt war dann auch die Zahnbürste?

Nein, angefangen haben wir mit T-Shirts.

Wir sind ja drei Gründer: Sebastian Bensmann (Anm: Foto rechts), Wanja Weskott (Anm: Foto Mitte) und ich (Anm: Foto links). Wir kennen uns über Viva con Agua, weil wir da alle aktiv waren.

Sebastian hatte damals einen Blog über Nachhaltigkeit und Wasser und darauf einen Artikel über T-Shirts veröffentlicht.

Durch seine Leser kam die Frage danach auf, wie ein ökologische T-Shirts produziert werden könnte, das möglichst wenig Wasser verbraucht oder verschmutzt.

Weil ich damals ein kleines T-Shirt-Label hatte, kam die Idee auf, ein eigenes T-Shirt zu machen. Wir wollten dann einfach mal ausprobieren, ob wir das mit unseren begrenzten Mitteln hinkriegen würden.

Wir haben dann erstmal zwei T-Shirts rausgebracht, die ganz gut ankamen und dann haben wir das Sortiment nach und nach ausgebaut, weil wir merkten, dass die Leute Bock drauf hatten.

Und wie seid ihr dann auf die Zahnbürste gekommen? Das ist ja auf den ersten Blick nicht unbedingt ein “sexy” Produkt für ein Start-up.

Das war gar nicht wirklich beabsichtigt. Auch das mit den Shirts haben wir ja nebenbei gemacht.

Von Sebastian kam dann irgendwann die Idee, dass es für so einen ganz normalen Alltagsgegenstand wie eine Zahnbürste aus Plastik doch eine bessere Alternative geben müsste.

Es war nicht der Masterplan, Hygieneartikel, zahnmedizinische Dinge oder Zahnbürsten herzustellen.

Es war eher so die Frage “Was hat man da eigentlich tagtäglich im Mund?”

Außerdem ist die Zahnbürste ein perfektes Alltagsprodukt.

Jeder benutzt sie und es ist halt kein Produkt, das total fancy und abgefahren ist, sondern halt eine einfache Zahnbürste.

Zwar eine alternative Zahnbürste, aber nichts, wofür die Leute ihre Gewohnheiten groß ändern müssen.

Das ist halt das Schöne daran.


Fairtrade und Pionierarbeit


Hydrophil Zahnbuerste

Ich stelle mir vor, dass es nicht ganz einfach war, die richtigen Materialien und Produzenten dafür zu finden. Wie seid ihr dabei vorgegangen?

Wir haben verschiedene Ideen durchgespielt, wie das klappen könnte oder auch nicht. Und natürlich, wie es wirtschaftlich funktionieren kann.

Wir hatten zunächst auch darüber nachgedacht, ob man heimische Hölzer nutzen könnte oder nicht, aber am Ende sind wir dann auf Bambus gekommen, weil es einfach ein super Rohstoff ist.

Du musst ihm nicht bewässern, man braucht keine Pestizide, er wächst schnell nach und ist ein perfektes Material, um Alltagsgegenstände zu gestalten.

Wir produzieren die Zahnbürsten ja in China, in der Nähe von Shanghai.

Natürlich sind wir dadurch auch kritikanfällig, aber für mich persönlich funktioniert der Fairtrade-Gedanke nur, wenn man außerhalb von Europa produzieren lässt.

Es hat lange gedauert, bis wir die Produzenten auf dem von uns gewünschten Level hatten.

Wir müssen die besuchen, fliegen da hin, gucken uns das an und lassen das unabhängig kontrollieren. Da musst wirklich noch ein bisschen Pionierarbeit leisten und das macht halt wirklich Spaß.

Was genau sind denn die Maßstäbe, die ihr dabei ansetzt?

Das fängt an beim Einkauf der Rohware und der Transparenz bei den Herstellern.

Im Prinzip könntest du in China sogar Einhorn-Staub bestellen, den du auch geliefert bekommst. Der ist dann auch FSC (Anm: FSC steht für “Forest Stewardship Council,” – ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft), fair und vegan deklariert …

Man muß halt einfach hin, vor Ort sein und gucken, was da gemacht wird.

Das Gute bei uns ist, dass wir in Manufakturen herstellen lassen.

Das ist Handarbeit. Die Zahnbürste wird gedrechselt. Da ist relativ wenig Spielraum für Schmuh.

Wir waren jetzt gerade im September wieder vor Ort und habe alles neu vertraglich untermauert.


Die Zahnbürste im Museum


Hydrophil Designmuseum

Zurück zur Zahnbürste: Stammt das Design von euch?

Wir saßen damals mit dem Grafiker zusammen, mit dem ich auch die T-Shirt-Sache gemacht habe und haben uns überlegt, wie eine Zahnbürste cool wäre.

Wir haben uns einfach überlegt, was wir schön finden, ohne besondere Rücksicht auf einen ergonomischen Griff zu nehmen oder so.

Der Grundgedanke war, dass es ein schlichtes und einfaches Produkt sein sollte, so minimalistisch wie möglich.

Die Zahnbürste hat’s dann tatsächlich auch ins Museum geschafft.

Die Stiftung Deutsches Design hat eine Ausstellung beim Frankfurter Museumsuferfest gemacht und uns da in einem Raum komplett ausgestellt.

Das war sehr cool, weil drumherum lauter andere Räume mit hochwertigen Designstücken zu sehen waren und daneben dann ein Raum mit unserer Zahnbürste.

Wenn die Zahnbürste erneuert werden muss, sieht euer Konzept vor, dass der Kopf abgebrochen und mit dem Hausmüll entsorgt werden muss.

Ja, die Borsten sind aus Nylon und das ist zwar recyclebar, aber nicht abbaubar. Nylon wird auch bei den konventionellen Zahnbürsten verwendet.

Theoretisch könnte man die Borsten auch aus Bioplastik fertigen, da sind wir auch dran und das ist eine meiner größten Baustelle, aber momentan kriegen wir den Werkstoff noch nicht auf das von uns gewünschte Level.

Bioplastik kann beispielsweise aus Maisstärke hergestellt werden und ist im Prinzip wie Plastik, nur das es nicht fossil ist.

Außerdem ist es generell schwer abbaubar – das funktioniert nur industriellen Bedingungen. Und das kann in Deutschland momentan fast keiner. Das ist leider alles noch nicht tragfähig.


Sortimentserweiterung und lokale Produktion


Das T-Shirt-Label betreibt ihr ja heute nur noch für das Hydrophil-Merchandising. Ansonsten habt ihr euch komplett auf das Hygienesortiment spezialisiert. Was habt ihr aktuell alles in eurer Produktpalette?

Wir haben bspw. verschiedene Zahnbürsten, eine Garderobe für Zahnbürsten und Zahnbürstenhalter.

Dafür versuchen wir auch, lokale Produzenten einzubinden. Die Garderobe wird von einem Freund von mir hergestellt, der hier in Hamburg eine Tischlerei hat.

Die Halter sind so kleine Donuts aus Keramik, die wir mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zusammen machen.

Dann haben wir noch eine Upcycling-Kulturtasche, die aus alten Segeln gemacht wird und auch hier in Hamburg produziert wird.

Dann gibt es noch zwei verschiedene Seifen, die auch vor den Toren von Hamburg gemacht werden.

Außerdem eine Mundwasseressenz und Lippenbalsam. Wir wollen uns damit verstärkt auf den Markt nachhaltiger Alltagshygieneartikel konzentrieren.

Wo genau kann man denn eure Artikel erwerben?

Man kann natürlich im Netz direkt im Shop auf unserer Seite* bestellen.

Dann verkaufen wir noch bei Avocadostore, die auch hier in der Nähe sitzen und die wir auch ganz gut kennen.

Und wir haben mittlerweile auch rund 150 Wiederverkäufer.


Vertriebskanäle und Zukunftspläne


Hydrophil Budniskowsky

Setzt ihr bei den Wiederverkäufern die gleichen ethischen, ökologischen und fairen Kriterien an, wie auch bei euch selbst und euren Produzenten? Ihr habt aber auch keine Berührungsängste mit klassischen Drogeriemärkten, oder?

Wie haben tatsächlich mit vielen kleinen veganen Läden angefangen, weil da von Beginn an Verbindungen bestanden und man sich kannte.

In den letzten anderthalb Jahren sind viele Unverpackt-Läden dazu gekommen.

Das Spektrum an Läden ist aber ansonsten sehr breit: vom Trekking- oder Stoffwindel-Laden, wo unsere Produkte einfach gut ins Sortiment passen, bis hin zu Budnikowsky seit Mitte dieses Jahres.

Wir gucken natürlich, dass wir nicht mit Leuten zusammenarbeiten, auf die wir keinen Bock haben.

Aber klar, wenn jemand wie Budnikowsky anklopft und sagt “Wir haben total Bock!”, dann ist das natürlich ne schöne Sache.

Wir haben gemerkt, dass sie einfach Lust haben, uns zu unterstützen und an unsere Produkte glauben.

Zum Abschluß noch ein kleiner Blick in die Zukunft: Was sind eure nächsten Pläne? Wo geht es hin mit Hydrophil?

Wir wollen uns auf jeden Fall noch weiter professionalisieren bspw. was die Versandabläufe anbelangt. Das ist grad ein großes Thema bei uns.

Außerdem arbeiten wir an der Ausweitung der Produktpalette und wollen zukünftig noch mehr Menschen mit unseren Hygieneprodukten erreichen.

Wir hoffen, dass wir noch mehr Leuten Lust auf schöne Produkte machen können, die super zu benutzen und einfach gut sind.


Gewinn‘ dein Hydrophil Badezimmer Set!


Hydrophil Badezimmer Set

Und jetzt bist du dran, denn du kannst hier eines von drei tollen Hydrophil Badezimmer Set ergattern.

Wie alle Hydrophil-Produkte ist auch dieses komplett wasserneutral, vegan und fair.

Verpackt in einem schönen Recycling-Geschenk-Karton findest du darin, alles was du täglich brauchst:

  • 2 nachhaltige Zahnbürsten
  • 1 Zahnbürsten Halter
  • 1 Packung Wattestäbchen aus Bambus & Baumwolle
  • 1 Auromère Zahncreme
  • 1 Lemongrass Seife

Beantworte einfach die Gewinnfrage und schick‘ das ausgefüllte Formular ab. Mit ein bisschen Glück kannst du schon bald ein Hydrophil Badezimmer Set dein eigen nennen!

Das Gewinnspiel wurde am 06.11.16 beendet.

Wenn du über zukünftige Verlosungen und Aktionen informiert werden möchtest, abonniere doch einfach meinen Newsletter!

[yks-mailchimp-list id=“6019a31b56″ submit_text=“Yeah! Her damit!“]


 *Teilnahmebedingungen: Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen und eines von drei Hydrophil Badezimmer Sets zu gewinnen, musst du die Gewinnfrage beantworten und das ausgefüllte Teilnahmefomular bis 06.11.16 23:59 Uhr eingeschickt haben.

Es ist nur eine Teilnahme pro Person gestattet.

Unter allen richtigen Einsendungen werden danach per Zufallsprinzip drei Gewinner ermittelt, die von mir per Mail benachrichtigt werden. Die Gewinne werden von Hydrophil auf dem Postweg verschickt.

Teilnehmen kannst du, wenn du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz lebst und mindestens 16 Jahre alt bist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Datenschutzhinweis


Wirfst du jetzt auch deine Plastikzahnbürste weg? Hinterlasse einen Kommentar!


*Affiliate-Link, Fotos: © Hydrophil

 

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7 Kommentare
  • Jörg Blankenhagel
    Samstag, 22. Oktober 2016

    Super Sache absolut zu empfehlen!

  • Jenny
    Dienstag, 25. Oktober 2016

    Bin noch nicht sehr lange Veganerin und fand den Artikel sehr interessant, danke dafür!

    • Jens
      Dienstag, 25. Oktober 2016

      Hey Jenny.

      Das freut mich sehr. Ich hoffe, du findest hier noch viele weitere nützliche Informationen.

      Liebe Grüße

      Jens

  • Helmut H.
    Samstag, 5. November 2016

    Ich werfe alte Zahnbürsten nie weg, sondern verwende sie zum Putzen der Fahrradkette

    • Jens
      Samstag, 5. November 2016

      Hallo Helmut,

      das ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit zur Zweitverwertung.

      Viele Grüße

      Jens

  • S.Faßbender
    Sonntag, 6. November 2016

    Bambus habe ich noch nicht ausprobiert,bin jedoch sehr gespannt darauf wie sich dies anfühlt.

    • Jens
      Sonntag, 6. November 2016

      Ja, das ist schon interessant. Auf jeden Fall ein gutes Gefühl, kein umwelt- und gesundheitsschädliches Plastik im Mund zu haben.

      Beste Grüße!

      Jens

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