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Sind Wein, Sekt und Bier eigentlich vegan?

Was du als Veganer über alkoholische Getränke unbedingt wissen musst!
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Hä? Was ist denn das überhaupt für eine Frage? Warum sollten Wein, Sekt und Bier denn nicht vegan sein?

Eigentlich solltest du doch davon ausgehen können, dass die Zutaten rein pflanzlich sind, denkst du?!

Klar, das ist in Bezug auf die wesentlichen Bestandteile auch richtig. Denn natürlich sind die Trauben für die Wein- und Sektproduktion rein pflanzlich ebenso wie Malz, Gerste und Hopfen für die Bierherstellung.

Was also genau sorgt dafür, dass diese Getränke möglicherweise doch nicht vegan sind?


Wein – und eine Geschichte zur Klärung


Fangen wir mit dem Wein an. Lass mich dir dazu eine kleine Geschichte erzählen.

Meine Eltern machen als Rentner gerne noch die eine oder andere Fahrradreise. Dieses Jahr waren sie im Spätsommer mit Freunden an der Mosel unterwegs.

Eines Abends bekam ich einen Anruf von ihnen und sie erzählten mir von der hübschen Landschaft, dem tollen Wetter und der schönen Strecke, die sie an diesem Tag hinter sich gebracht hatten.

Jetzt saßen sie in einem Restaurant, um sich ein gutes Essen zu gönnen und studierten gerade die Weinkarte, als ihnen auffiel, dass einige Weine darauf als „vegan“ gekennzeichnet waren.

Da mussten sie mich natürlich gleich mal anrufen und nachfragen, was das denn zu bedeuten hätte!

Wein wäre doch schließlich immer vegan! Was sollte denn an vergorenem Traubensaft nicht vegan sein?

Die Lösung des Geheimnisses liegt dabei nicht in den Zutaten, denn die beschränken sich beim Wein auf die Trauben, Schwefel, Hefe und möglicherweise etwas Zucker, sondern vielmehr in der Klärung der Flüssigkeit.

Denn nachdem die Trauben gepresst wurden, ist der Wein trübe und wird deshalb herkömmlicherweise durch die Zugabe von tierischen Produkten wie Gelatine oder tierischen Eiweißen von Trübstoffen befreit.

Tja, da konnte ich meinen Eltern doch tatsächlich mal was beibringen. 😉 Ob sie den veganen Wein daraufhin auch probiert haben, habe ich allerdings leider nicht in Erfahrung gebracht.

Was bedeutet das jetzt für dich als Weinliebhaber? Die schlechte Nachricht ist: Fast alle Weine, die du im konventionellen Angebot findest, sind aufgrund des Klärungsprozesses nicht vegan!

Die gute: Es gibt Abhilfe! Mehr und mehr Winzer setzen auf vegane Produktionsprozesse und entfernen die Trübstoffe bspw. durch Verwendung von pflanzlichen Proteinen.

Und so wird das Angebot, gerade auch in Bio-Supermärkten, stetig größer.

Mittlerweile gibt es auch online eine wachsende Anzahl an veganen Weinhändlern. Eine große Auswahl mit über 230 veganen Weinen findest du zum Beispiel bei Delinat.


Mein Tipp #1: Veganer Wein


Laurens von www.der-weinsnob.de hat eine tolle Liste mit rund 250 veganen Weinen aus deutschen Supermärkten zusammengestellt. Da ist bestimmt auch was für dich dabei!

Achte zudem auf  die V-Label-Kennzeichnung des VEBU, denn sie gibt dir verlässlich darüber Auskunft, ob ein Wein tatsächlich vegan ist.


Sekt – der zweifach gegorene Wein


Was für Wein gilt, gilt gleichermaßen auch für Sekt, denn vom Grundsatz her handelt es sich bei Sekt um einen Wein, der eine zweite Gärung durchläuft.

Demnach wird Sekt auf gleich Weise wie Wein geklärt, was bedeutet, dass er, nach traditioneller Methode hergestellt, ebenfalls nicht vegan ist.

Zwar verbleibt die als Hilfsmittel zur Bindung von Trübstoffen eingesetzte Gelatine nicht im Wein, wie der Verband Deutscher Sektkellereien e.V. auf seiner Website schreibt,  aber er weist zugleich darauf hin, dass „Sekt, wenn Gelatine verwandt wurde, nicht als für „vegane Lebensweise geeignet“ bezeichnet werden kann.“


Mein Tipp #2: Veganer Sekt


Mittlerweile gibt es eine kleine Auswahl an veganen Sekten und Porseccos. Online wirst du bspw. im Shop von Biowein-erlesen fündig.

Außerdem hat Rapunzel-Naturkost einen veganen Prosecco im Angebot, den du in dem einen oder anderen Bioladen finden solltest.


Bier – Hopfen, Malz, Hefe, Wasser und …?


Die gute Nachricht zum Schluss: für Bierfreunde kann Entwarnung gegeben werden. Mit einer gewissen Einschränkung. Aber dazu gleich mehr.

Deutsches Bier besteht aus lediglich vier Zutaten: Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Mehr darf laut deutschem Reinheitsgebot – und das gilt seit 500(!) Jahren – nicht rein in die Flasche.

Zwar heißt das Gesetz mittlerweile „Vorläufiges Biergesetz“, aber an den Grundsätzen hat sich dabei nichts geändert.

Auch der Klärungsprozess ist im Detail geregelt und darf nur durch mechanische oder absorbierende Maßnahmen, wie Filter oder Zentrifugen, vorgenommen werden.

Eine Klärung durch pflanzliche Zugaben wie beim Wein ist damit ausgeschlossen.

High five also für alle Biertrinker! Deutsches Bier ist vegan!

Und damit wäre ich auch schon bei der kleine Einschränkung: Denn genau hinsehen musst du bei Importbieren, für die das Reinheitsgebot nicht gilt!

So verwendet bspw. die Guinness-Brauerei aktuell zur Klärung ihrer Biere wohl noch Fischblase. Allerdings hat das Unternehmen angekündigt, ab Ende dieses Jahres auf neue tierproduktfreie Filterprozesse umzusteigen.

Aufpassen musst du auch bei Biermischgetränken, für die das Reinheitsgebot, im Gegensatz zu reinem Bier, nicht gilt.

Hier können durchaus tierische Zutaten wie bspw. der Farbstoff  E120 (echtes Karmin), der aus Schildläusen gewonnen wird, enthalten sein.


Mein Tipp #3: Veganes Bier


Deutsches Bier kannst du als Veganer uneingeschränkt geniessen.

Wenn du auf Importbiere stehst, check mal das Vegan beer directory, eine umfangreiche Datenbank mit Bieren aus aller Herren Länder. Da bekommst du mit großer Wahrscheinlichkeit heraus, ob dein Lieblingsbier vegan ist.


Ach ja, die Sache mit den Etiketten


Damit wären wir eigentlich schon am Ende, wenn da nicht noch die Sache mit den Etiketten wäre …

Denn egal ob Wein, Bier oder Sekt, sobald das Getränk in Flaschen abgefüllt ist, wird es mit Etiketten versehen. Und die haben es aus veganer Hinischt leider in sich. Denn um chemische Kleber zu vermeiden, wird oftmals caseinhaltiger Leim verwendet. Und bei diesem Casein handelt es sich um den Proteinanteil der Milch.

Bei Produkten, die das V-Label tragen, kannst du davon ausgehen, dass auch die Etiketten vegan sind.

Ansonsten hilft’s nur, direkt beim Hersteller zu erfragen, welchen Kleber er verwendet.

Na, dann mal Prost!


Hättest du das gedacht? Ich freu mich auf deinen Kommentar!


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4 Likes
6 Kommentare
  • Jasmine
    Montag, 26. Dezember 2016

    Echt schlimm auf was man alles achten muss!

    • Jens
      Dienstag, 27. Dezember 2016

      Hey Jasmine,

      manchmal kann das schon frustrierend sein, aber mit der Zeit bekommt man eine gewisse Routine. Dann fällt das leichter.

      Liebe Grüße

      Jens

  • Birgit Michel
    Samstag, 24. März 2018

    Veganer Wein und Prosecco… ist Vegan eine Ersatzreligion? So was kann man doch nicht mehr ernst nehmen als normalintelligentdenkender Mensch…

    • Jens
      Dienstag, 27. März 2018

      Hey Birgit.

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich bin neugierig, wo du die Beziehung zwischen diesem Artikel und einer Ersatzreligion siehst.
      Magst du mir das erklären?

      Herzlichen Dank und liebe Grüße,

      Jens

  • Yvonne
    Sonntag, 24. Juni 2018

    Hi Jens,

    ja die Etiketten sind wirklich manchmal das letzte Hindernis, und ich muss zugeben, es gibt so wenige Anbieter auf dem Markt, dass ich auch Bio-Bier mit nicht-veganen Etiketten kaufe. Zumal ich nicht sicher, worunter mehr Tiere leiden: bei nicht-veganen Etiketten oder bei veganen, bei denen der Kleber evtl. nicht biologisch abbaubar oder bei der Herstellung umweltschädlich ist.
    Mein Vorschlag: Mehrwegflaschen, auf die der Text schon aufgedruckt/eingraviert ist oder vielleicht das Etikett statt festzukleben mit Kordel/Gummie an der Flasche befestigen, so wie bei manchen Marmeladengläsern…
    Liebe Grüße, Yvonne

    • Jens
      Sonntag, 24. Juni 2018

      Hey Yvonne.

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde deinen Vorschlag mit dem Aufdruck oder der Gravur in der Mehrwegflasche klasse. Kann man nur hoffen, dass hier jemand von der Getränkeindustrie mitliest und sich inspiriert fühlt, das umzusetzen.

      Liebe Grüße!

      Jens

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