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5 extrem gute Gründe, warum auch du auf dem Wochenmarkt einkaufen solltest

Raus aus dem Supermarkt, rein ins bunte Treiben!
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Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal erwähnt habe, aber ich bin ein großer Fan von Wochenmärkten.

Genau genommen, erledige ich mittlerweile den größten Teil meiner Einkäufe dort und kaufe im Laufe der Woche nur noch wenige Dinge im Supermarkt nach.

Ich mag es, über den Markt zu gehen, mich inspirieren zu lassen, immer wieder Neues zu entdecken und auf eine angenehm entschleunigte Art einzukaufen.

Wenn du, wie ich, eh schon überzeugter Wochenmarkt-Fan bist, brauchst du diesen Artikel gar erst nicht zu lesen.

Ansonsten lies hier und jetzt die 5 extrem guten Gründe, warum auch du auf dem Wochenmarkt einkaufen solltest.


1. Eventshopping seit dem Mittelalter


Ich muss zu Anfang ein klein wenig weiter ausholen.

Als ich neulich die Dokumentation „Food Fight – Was kommt auf ihren Teller?“* gesehen habe, die sich mit der Entstehung der Lokal- und Biobewegung in den USA beschäftigt, ist mir erst richtig klar geworden, wie privilegiert wir hier in Europa wieder einmal sind.

Bei uns gibt es in den meisten Städten und in vielen Dörfern Wochenmärkte. In den USA fehlte diese Struktur bis in die 70er Jahre hinein völlig.

Erst dann breiteten sich die so genannten Farmer’s Markets von Kalifornien allmählich über das ganze Land aus. Erst seit den 1990er Jahren kann man von einer nennenswerten landesweiten Verbreitung sprechen. 

Bei uns gehören Wochenmärkte zur Kultur, sind Tradition und reichen in ihrer Geschichte bis ins frühe Mittelalter zurück, als die Bauern in die Städte zogen, um dem Stadtvolk ihre Waren anzubieten.

So viel hat sich daran bis heute nicht geändert und das, finde ich, ist ein ganz schöner oder sogar romantischer Gedanke.

Die Märkte dienten damals nicht nur zum Verkauf der Waren, sondern waren auch ein Platz für Gespräche, Neuigkeiten und Klatsch und Tratsch.

Sie waren quasi das Facebook der vergangenen Jahrhunderte, nur direkt von Mensch zu Mensch.

Wenn du heute auf einen Wochenmarkt gehst, wirst du schnell feststellen, dass sich so viel daran nicht geändert hat. Geredet und getratscht wird an allen Ecken und Enden.

Nirgendwo wirst du die neuesten Gerüchte aus deinem Viertel oder deinem Ort schneller und ungefilterter erfahren als auf dem Wochenmarkt, wenn du dir mal ein wenig Zeit für das eine oder andere Gespräch nimmst. Ich mag das.

Ich freue mich immer schon, wenn ich die vielen bunten Ständen sehe und der sonst leere Marktplatz meiner Stadt mit Leben gefüllt ist.

Vor dem Supermarkt füllen sich dagegen nur die Parkplätze und von einem genussvollen und bewussten Einkaufen kann meist auch keine Rede sein, oder?


2. Dein Geld bleibt in der Region


Wenn du regelmäßig auf dem Markt unterwegs bist, weißt du auch bald, bei welchem Händler du was am besten einkaufen kannst.

Meist dauert es gar nicht lange und du bist Stammkunde, wirst mit einem launigen Spruch begrüßt und beim Bezahlen rundet der Verkäufer großzügig nach unten ab.

Mir ist dieser Rabatt immer ein wenig unangenehm, sei er auch noch so klein.

Schließlich glaube ich – zugegeben, ich weiß es tatsächlich nicht genau – dass die Gewinne und Einkünfte der Marktbeschicker nicht all zu groß sind.

Was soll an einem Kilo Äpfel für 1,50 € schon groß zu verdienen sein?

Wenn ich dann für meine zwei Kilo nur 2,50 € bezahlen soll, sind das nahezu 20% Rabatt. Recht viel, wie ich finde.

Aber ich freue mich, dass mein Geld in der Region bleibt, bei echten Menschen und nicht in die Kassen eines großen Konzerns fließt.

Mein Geld geht an Menschen, die ihre Gewinne wiederum in der Region investieren, weil sie hier leben, hier ihre Landwirtschaft, ihren Handel betreiben und Arbeitsplätze für sich und andere schaffen.

Wenn du im Supermarkt einkaufst ist das Geld ratzfatz raus aus deiner Gegend. Futsch und weg. Ab in die Zentralkasse der Supermarktkette und von da weiter in die Geldbunker der Lebensmittelkonzerne.

Nicht so geil, oder?

Vielleicht bleibt nicht einmal die Gewerbesteuer in deiner Gemeinde, weil der Supermarktsitz in Wasweißichwo ist und über die paar Arbeitsplätze für ein paar geringfügig Beschäftigte kann ich da nur müde lächeln.


3. Regional, frisch, saisonal. Noch Fragen?


Wo ich gerade beim Thema Regionalität bin: nirgendwo kannst du so einfach und bequem regionale Produkte, die auch noch frisch sind, weil sie nur kurze Transportwege hinter sich haben, kaufen.

Da kann kein Bio-Supermarkt gegen anstinken. Ist so.

Aber natürlich gibt es auch auf dem Markt Waren, die nicht bio oder regional sind. Da heißt es dann, genau hinsehen und im Zweifelsfall nachfragen.

Wenn ich bei mir auf dem Markt auf die Anschriften der Händler auf ihren Fahrzeugen schaue, kommen die meisten aus einem Umfeld von ca. 30 Kilometern.

Meine Äpfel wachsen nur 10 Kilometer von meiner Wohnung entfernt auf Wiesen, an denen ich häufig mit dem Fahrrad vorbeifahre, ebenso mein Grünkohl und meine Kartoffeln.

Ein gutes Gefühl, zu wissen, wo die Sachen herkommen, die man sich einverleibt, oder? Viel frischer kann es dann auch nicht sein.

Wenn du dir im Vergleich dazu mal den Weg anschaust, den Obst und Gemüse bis in den Supermarkt hinter sich bringen muss, wird einem gleich ganz schwummerig.

Vom Feld ins Lager des Landwirts, von da aus zum Großhandel, vom Großhandel in das Zentrallager der Supermarktkette, dann in den Laden und vom Laden zu dir nach Hause.

Bei so langen Wegen ist es natürlich kein Wunder, dass Früchte unreif geerntet werden „müssen“ und auf dem Transportweg reifen.

Klar ist natürlich auch, dass sie dafür extra schonend, sprich ausserordentlich aufwendig und umweltschädlich, verpackt werden.

Von den ganzen Transportkosten, dem Benzinverbrauch und dem Verkehrsaufkommen will ich mal gar nicht erst anfangen …

Ausserdem finde ich es außerordentlich inspirierend, einfach mal ohne Plan auf den Markt zu gehen und zu gucken, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat.

Das ist gleich doppelt cool: erstens bedeutet saisonal auch preiswert, weil ja gerade Saison ist und das Angebot entsprechend groß, zweitens ist es eine tolle Sache, auch mal ein Gemüse zu kaufen, für das man vielleicht noch keine Idee hat, wie man es verarbeiten kann und sich dann zu Hause etwas Leckeres dafür einfallen zu lassen.


4. Gut zu wissen: Herkunft und Qualität der Waren


Großartig ist auch, dass du auf dem Wochenmarkt erfährst, wo genau die Ware herkommt, die dort angeboten wird.

Zwar gibt es auch im Supermarkt eine Auszeichnungspflicht, aber frag mal einen Verkäufer, ob er dir mehr über die Produkte sagen kann, die in der Obst- und Gemüseabteilung angeboten werden. Ich habe da so meine Zweifel …

Die Händler und Verkäufer auf dem Wochenmarkt wissen hingegen sehr genau, woher ihre Ware stammt und welche Qualität sie hat.

Sie können dir genau Auskunft darüber geben und haben sie in einigen Fällen sogar selbst geerntet.

Das ist doch ein gutes Gefühl, oder?

Manchmal wissen sie sogar das eine oder andere interessante Rezept oder können dir weiterhelfen, wenn es darum geht, wie ein bestimmtes Obst oder Gemüse zu verarbeiten ist.

Ein toller Service. Ganz nebenbei und dazu noch völlig kostenlos. Cool.


5. Goodbye, Verpackungswahnsinn!


Was ich mit am meisten am Einkaufen auf dem Wochenmarkt schätze ist, dass du nahezu verpackungsfrei einkaufen kannst.

Um meine Einkäufe zu transportieren, nehme ich mir immer einen Korb, diverse Stoffbeutel und ein paar Papiertüten mit, die ich mehrfach verwende.

Wollten mir die Händler zu Anfang noch immer ihre Ware in diese unsäglichen dünnen Plastiktüten verpacken, wissen sie mittlerweile, dass ich meine eigenen Behältnisse mitbringe.

Wenn du hingegen mal einen Blick darauf wirfst, wie im Supermarkt oder beim Discounter Obst und Gemüse angeboten wird, bleibt dir meist nichts anderes übrig, als vor Verzweiflung die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen: man kann fast den Eindruck haben, dass hier mehr Plastik als Nahrungsmittel verkauft werden.

Eingeschweißte Gurken, Tomaten in Plastikkörben, Salat in Folie …

Und das alles unter dem Vorwand der Frische, Haltbarkeit und Transportierbarkeit der Waren.

Es ist wirklich zum Verzweifeln!

Mit einem Einkauf auf dem Wochenmarkt hingegen, kannst du deinen Verpackungsaufwand wirklich auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Allein das wäre für mich schon Grund genug, den Großteil meiner Einkäufe dort zu erledigen.


Worauf wartest du noch?


Wow, das ist jetzt aber ein ganz schön langer Text geworden.

Wie dir sicher nicht verborgen geblieben ist, bin ich ein wirklich begeisterter Wochenmarktbesucher. 😉

Und falls ich dich trotz der ganzen Gründe immer noch nicht überzeugen konnte, dann habe ich hier noch einen Vorschlag für dich: Geh‘ mal mit kleinen Kindern auf den Wochenmarkt!

Was es da alles zu entdecken gibt! Da sieht man selbst als Erwachsener plötzlich vieles mit anderen Augen. Eine ganz neue Welt tut sich da auf und an vielen Ständen gibt es ausserdem noch eine Kleinigkeit umsonst für die Kids. Wo gibt’s das sonst noch?

Also, worauf wartest du noch?

Hin zum nächsten Wochenmarkt und tschüss Supermarkt und Discounter! Ich zähl‘ auf dich!


Jetzt bist du dran: her mit deiner Meinung und rein in die Kommentare! Ich freue mich drauf!

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12 Kommentare
  • Nikolai Weidner
    Mittwoch, 6. April 2016

    Super Artikel und so wahr.
    Ich habe verbunden mit der veganen Ernährung, ebenfalls regionale Märkte aufgesucht und war begeistert: neben den oben genannten Vorteilen, kauft man endlich wieder bei und mit Menschen ein.
    Kein stumpfes ignorieren beim Regale leer räumen, schlecht gelaunte Kassierer und Personal, dass dir am liebsten nicht weiter helfen will.

    Auf dem Markt erwartet einen Herzlichkeit und Freude. Denn die Menschen machen das dort gerne. Freiwillig.
    Doch genug der Lobesrede.
    Ich finde auch des Aspekt, des saisonalen und regionalen Einkaufs super wichtig. Denn was es nicht gibt, gibt es nicht. Nein, nicht wie im Supermarkt, bei dem 365 Tage im Jahr fast alles zu kaufen ist.

    Und nein, es ist nicht unbedingt teurer. Und selbst wenn: die Qualität kann man nicht vergleichen. Ich finde regionale Zutaten lassen das Essen gleich viel besser schmecken.
    Ist quasi, wie wenn du IMMER Zutaten aus Oma´s Garten verwendest. Frisch, lecker und im Geschmack nicht zu übertreffen. Nutze diese Chance.

    Make a vegan change!

    PS: Spaß beim Einkaufen und Small-Talk sind ein weitere netter Nebeneffekt.

    • Jens
      Mittwoch, 6. April 2016

      Hey Nikolai.

      Vielen Dank. Das kann ich nur unterschreiben. 😉

      Liebe Grüße!

      Jens

  • Dennis
    Donnerstag, 8. Dezember 2016

    Viele Wochenmärkte können auch auf https://www.mein-bauernhof.de/ gefunden werden.

    • Jens
      Donnerstag, 8. Dezember 2016

      Hey Dennis.

      Danke für den Hinweis. Die Seite kannte ich noch nicht!

      Liebe Grüße!

      Jens

  • Kristin Burger
    Freitag, 29. Juni 2018

    Hallo,
    ich kann dem Bericht grundsätzlich zustimmen, insbesondere für Städter. Da ich aber sehr ländlich wohne und die nächste größere Stadt mit Stadtmarkt 30 Km entfernt liegt finde ich es nicht besonders rentabel, dort wöchentlich extra hinzufahren. Ich versuche also, in meinem eigenen Garten so viel wie möglich anzubauen und kaufe dann doch bei der in der Nähe gelegenen Supermarktkette zu. Ich denke man muss immer abwägen.

    • Jens
      Montag, 2. Juli 2018

      Hey Kristin.

      Auf dem Land gibt es natürlich weniger Wochenmärkte, dafür sicher aber den einen oder anderen Hofladen.

      Und klar: Wenn man die Möglichkeit hat, selber etwas anzubauen ist das naürlich immer die beste Lösung.

      Wichtig ist, denke ich, dass man bewusst konsumiert und sich über Alternativen zur schnellen und bequemen Supermarktversorgung Gedanken macht.

      Liebe Grüße!

      Jens

  • PeterNr1
    Samstag, 17. November 2018

    Regional einzukaufen ist schon super, jedoch auch hier bei uns um die Ecke landen ganze Pestizid Cocktails auf und auch IN das Obst oder Gemüse! Auch auf unseren Wochenmärkten.
    Nachzulesen z.B auf utopia.de
    Mittlerweile frage ich mich, ob ich lieber den Mülleimer oder meine Gesundheit schonen will.

    • Jens
      Sonntag, 18. November 2018

      Hey Peter.

      Das ist ein wichtiger und richtiger Hinweis. Auch auf dem Wochenmarkt muss man ganz genau hinschauen und ggf. auch nachfragen. Regional und saisonal bedeutet ja nicht gleichermaßen gesund und ökologisch.

      Liebe Grüße

      Jens

  • Julia
    Mittwoch, 9. Januar 2019

    Habt ihr alle immer vormittags frei, um auf den Wochenmarkt zu gehen?
    Ich würde ja hingehen, aber außer im Urlaub ist es leider unmöglich.

    LG Julia

    • Jens
      Mittwoch, 9. Januar 2019

      Liebe Julia,

      ich habe das große GLück, einen Markt direkt vor der Haustür zu haben. So kann ich die Einkäufe morgens vor der Arbeit erledigen.
      Vielleicht gibt es ja einen Markt in der Nähe deines Arbeitsplatzes, den du in der Mittagspause besuchen könntest?

      Liebe Grüße

      Jens

  • Sharon jibi
    Sonntag, 9. Juni 2019

    Ich persönliche kaufe sehr oft am Wochenmarkt, weil es dort viele Sorten von Gemüse und Obst gibt. Damit finde ich alles und vergesse nichts. Einerseits ist es eigentlich gut, dass die Leute auf dem Wochenmarkt frische Sachen einkaufen können. Deswegen können sie gesund bleiben. Positiv ist es auch, dass man über die Produkte verhandeln kann. Das hilft einem etwas Geld zu sparen. Andererseits ist es schlecht, dass es die Wochenmärkte nur einmal pro Woche gibt. Abschließend möchte ich sagen, dass man der frischen Sachen auf dem Wochenmarkt einkaufen sollten, weil es gut für Gesundheit ist.

    • Jens
      Dienstag, 11. Juni 2019

      Hey Sharon,

      vielen Dnak für deinen netten Kommentar. Du hast auf jeden Fall recht: Wochenmärkte sollte es deutlich öfter geben, damit mehr Menschen die Möglichkeit haben, dort einzukaufen.

      Liebe Grüße

      Jens

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