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Meine 7 Forderungen an die Generation „Fridays for future“

Demonstrieren für den Klimaschutz ist geil, aber ...
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Als ich das erste Mal von Greta Thunberg und ihrem Schulstreik für das Klima hörte, war ich total begeistert.

 

Im August 2018 begann sie ganz allein jeden Freitag vor dem Parlament in Stockholm zu protestieren, um im Namen der jungen Generation an die Verantwortung der Erwachsenen für unser Klima und unseren Planeten zu appellieren.

Mittlerweile ist aus der Aktion der Einzelkämpferin Greta unter dem Titel „Fridays for future“ eine weltweite Bewegung geworden, der hunderttausende von Kindern und Jugendlichen folgen und für den Klimaschutz demonstrieren.

Aus vollstem Herzen kann ich die Forderungen der Demonstranten nachvollziehen, denn dass es allerhöchste Zeit ist, endlich durchschlagende Maßnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen, sollte mittlerweile wohl jedermann bekannt sein.

Ich frage mich jedoch, inwiefern die Generation „Fridays for future“ durch ihr eigenes Verhalten mit gutem Beispiel vorangeht.

Natürlich denke ich, dass es richtig ist, von der älteren Generation, von den Regierungen dieser Welt, von den Entscheidern, von den Köpfen in der Industrie und in der Wirtschaft, zu verlangen, dass sie Dinge ändern.

Allerdings denke ich auch, dass wir alle bei uns selbst anfangen und unser Verhalten und unsere Lebensweise ändern müssen.

Das gilt für mich, für dich und natürlich auch für all die demonstrierenden Kinder und Jugendlichen.

Und weil irgendjemand nunmal das schlechte Gewissen oder den Teufelsadvokaten spielen muss, hier meine sieben Forderungen an dich, liebe Generation „Fridays for future“:


1. Fahrt nicht im SUV zur Schule!


Punkt 1 ist ganz einfach:

Lasst euch nicht mehr von euren Eltern in deren SUV zur Schule fahren!

Okay, muss ja nicht mal der SUV sein. Reicht auch ein Kleinwagen. Dumm genug. Und gilt natürlich auch, wenn du selber fährst und nicht deine Eltern. Logisch.

Vor manch einer Schule ist der Stau heutzutage länger als zur Rush hour in den Innenstädten deutscher Großstädte.

Nehmt stattdessen das Fahrrad, die Öffis oder geht zu Fuß.

Das spart Rohstoffe, schont das Klima, sorgt für weniger Lärm und Nervereien und hat noch den einen oder anderen Vorteil für euch ganz persönlich.

Kleine Sache, große Wirkung.


2. Esst kein Fast Food!


Esst kein Fast Food – also kein McDonald’s mehr, kein Starbucks, kein Subways, kein Pizza Hut, kein Kentucky Fried Chicken und wie sie alle heißen!

Über Geschmack lässt sich zwar in den allermeisten Fällen streiten, aber in diesem eher nicht.

Und über die CO2-Bilanz erst recht nicht.

Lassen wir auch mal die Nährstoffdebatte beiseite und reden wir lieber über gigantische Berge von Verpackungsmüll, hoch verarbeitete Lebensmittel und jede Menge tote Tiere, die – wie auch immer – zu dem werden, was dann als „essbar“ über den Tresen gereicht wird.

Womit wir schon bei nächsten Punkt wären …


3. Esst keine tierischen Produkte!


Keine tierischen Produkte essen?

Ist eigentlich ganz einfach, aber für viele Menschen leider echt schwer umzusetzen: „Ich würde ja so gerne, aber …“

Aber was?

Tierische Produkte haben eine extrem miese CO2-Bilanz.

Manche sagen sogar, dass Fleischesser die Klimakiller Nr. 1 sind.

Solltet ihr wissen. Kann man überall nachlesen mittlerweile.

Also seid konsequent, verzichtet darauf und werdet zumindest vegetarisch!


4. Kauft keine Billig-Klamotten


Kauft keine Klamotten, die nicht unter fairen und nachhaltigen Bedingungen hergestellt wurden.

Denn wie die meisten von euch wissen – und gleichzeitig die Augen davor verschließen – ist die Textilindustrie krass umweltschädlich.

Ein immenser Wasserverbrauch, miese Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und Klamotten, die um den halben Globus geschickt werden, nur damit ihr sechs Monate den angesagten heißen Scheiß tragen könnt?

Kostet ja nur 9 Euro das Shirt! Und die Jeans nur 29 Euro! Geil?!

Was für ein Schwachsinn!

Da nützt es auch nichts, wenn ihr sie danach fürs gute Gewissen in die Altkleidersammlungen werft.

Weg ist weg und verbraucht ist verbraucht.

Weniger ist definitiv mehr! Klar?


5. Keine neuen Smartphones!


Kauft euch nicht alle zwei Jahre ein neues Smartphone!

Ui, das ist hart, ich weiß.

Aber: auch wenn die Vertragsverlängerung lockt und das Handy vermeintlich umsonst ist – jedes neue Smartphone verschlingt unglaublich viele Ressourcen und ist in der Herstellung alles andere als klimaneutral.

Außerdem werden die Dinger unter Bedingungen hergestellt, die in den allermeisten Fällen zumindest problematisch sind.

Also lasst die Finger davon und widersteht dem Drang, euch alle zwei Jahre ein neues Handy zu holen.

Das alte tut’s auch noch ein paar Jahre.

Check? Check!


6. Fliegt nicht sinnlos durch die Gegend!


Die Freundin studiert gerade in Lissabon? Für 19 Euro mit Ryanair seid ihr da! Geschenkt!

Dass Fliegen allerdings der absolute Klimakiller ist, muss ich euch nicht sagen, oder?

Tut euch mal den Gefallen und gebt bei Atmosfair oder bei einem anderen Kompensator die Daten eures letzten Fluges ein.

Ihr werdet sehr schnell sehen, wie riesig der CO2-Fußabdruck eines solchen Trips ist.

Natürlich ist ein Wochenende in London oder Paris geil.

Gerade innerdeutsch oder auch in europäisch sind diese Flüge aber mehr als unsinnig und ein derartig riesiger CO2-Abdruck ist nicht wirklich zu veranworten für das bisschen Spaß.

Also, ab in die Bahn oder in den Bus!

Dauert zwar länger, aber dafür dauert’s auch ein bisschen länger mit dem Ende des Planeten.

Ist doch ein guter Deal, oder?


7. Lasst euren Worten Taten folgen!


Okay, nun mein Appell an euch:

Lasst euren Worten und Demonstrationen auch Taten folgen!

Engagiert euch vor Ort, in eurer Gemeinde, nehmt Einfluss auf die Menschen, die in eurem Umfeld leben, wie eure Eltern, eure Mitschüler, eure Freunde.

Setzt eure Forderungen vor Ort in Taten um!

Dazu muss man nicht in einer Partei oder einer Umweltorganisation sein – das kann Jede/r von euch ganz alleine.

Geht mit gutem Beispiel voran, konsumiert weniger – und damit meine ich wirklich(!) weniger.

Nur ’ne Bambuszahnbürste benutzen und mit dem Rad zum Späti fahren, bringt’s nicht so wirklich.

Seid, wie good old Gandhi schon sagte, die Veränderung, die ihr euch wünscht für diese Welt, und sorgt dafür, das alle es mitbekommen, denn nur so wird sich auch in der Gesellschaft etwas verändern.

Insgeheim wisst ihr das natürlich auch alles.

Und ich weiß, dass ihr euch reinhängen werdet, denn schließlich habt ihr mit dem Schlamassel ja noch ein bisschen länger zu tun …

Ich glaub‘ an euch!


P.S.: Eine Sache habe ich noch vergssen.

Lasst euch nicht vereinnahmen! Wenn euch zu viele Leute auf die Schultern klopfen, stimmt definitiv etwas nicht!

Entweder sind eure Forderungen dann nicht radikal genug, man nimmt euch nicht ernst oder die Menschen verstehen nicht wirklich, worum es euch geht.

Also erhöht den Druck und lasst die Alten nicht einfach so davonkommen, wenn sie euch sagen, wie megatoll sie eure Demos und Aktionen finden. Drauf gepfiffen!

P.P.S.: Und ja, ich weiß, man muss eigentlich noch viel mehr tun. Nicht online einkaufen, weniger im Netz surfen, kein Plastikwasser kaufen, regionale Produzenten unterstützen, keine Coffee-to-go-Becher benutzen … ach, ihr kommt schon selbst drauf. Und natürlich gelten diese Forderungen auch für alle anderen! Klar!

<3


Wie denkst du über „Fridays for future“? Poste jetzt deinen Kommentar!


 

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4 Kommentare
  • Nadine
    Dienstag, 19. März 2019

    Hallo Jens,
    du sprichst mir aus der Seele!

    Liebe freitags streikende Schüler,
    meint ihr wirklich, dass der Klimawandel aufzuhalten ist, wenn wir hier in Deutschland ein paar Kohlekraftwerke abschalten würden? Jetzt laufen sogar noch eure Eltern mit bei den Demos, ich wette, die sind mit dem Familien-SUV her gefahren und haben sich und euch dorthin kutschiert. Genauso, wie sie euch jeden Morgen zu Schule bringen. Wie wäre es mal mit Laufen oder Fahrrad fahren? Das Auto wird selbstverständlich auch täglich für das Einkaufen und für den Urlaub in Italien genutzt, wenn ihr nicht gerade Fernreisen mit dem Flugzeug und/oder dem Kreuzfahrtschiff macht. Habt ihr mal darüber nachgedacht, erst mal euer eigenes Verhalten zu ändern? Schließlich seid ihr die ersten, die aufschreien, wenn ihr euer geliebtes Handy nicht mehr laden könnt, weil gerade kein Wind weht und die Sonne nicht scheint. Wisst ihr eigentlich, wie viel Strom und Ressourcen ihr mit euren ständigen Online-sein verbraucht? Wisst ihr, dass die Server für das Internet auch Strom brauchen? Wisst ihr, wie viel Strom eine einzige Anfrage bei Google kostet und dass man manche Fragen auch durch einfaches Nachdenken beantworten könnte? Nein darüber habt ihr noch nie nachgedacht. Auch nicht darüber, wo eigentlich die Bestandteile eures Smartphones herkommen? Dass Kinder, gleichalt oder sogar jünger als ihr unter widrigsten Umständen, 7 Tage die Woche, 12 Stunden am Tag ohne Sicherheitsausrüstung illegal in handgegrabenen Minen in Afrika das Coltan und andere Minerale und Metalle abbauen und dabei verletzt werden, sterben oder giftige Stäube oder Dämpfe einatmen. Und das nur, damit ihr die neueste Generation eures Smartphones benutzten könnt, welches ihr nach 2 Jahren Nutzungsdauer wie selbstverständlich wieder wegschmeißt. Eine noch kürzere Lebensdauer haben damit nur noch eure Klamotten, die natürlich immer modisch und voll im Trend sein müssen und daher nur maximal eine Saison durchhalten. Für euch natürlich kein Problem, denn schließlich gibt es bei H&M, Primark und dergleichen massenweise billigste Kleidung. Dass diese auch von Kindern eures Alters genäht wird, die gerne in die Schule gehen können würden, daran denkt ihr nicht. Niemals. Und falls euch doch mal beim Waschen der Zettel mit Made in Bangladesh oder India auffällt, werdet ihr die Augen schließen und es ganz schnell wieder verdrängen. Nein ihr selber seid bestimmt nicht schuld am Klimawandel, das ist nur die Regierung, die dafür sorgt, dass es Konzerne gibt, die Deutschland ein stabiles Stromnetz garantieren. Eure Eltern bezahlen bestimmt für Ökostrom, oder? Also nutzt ihr ausschließlich grünen Strom. Nicht den Atomstrom aus Frankreich. Nein, zu euch kommt natürlich nur der Solar- und Windstrom. Braucht man nicht Silizium für die Herstellung von Solaranlagen? Und Moment mal, ist nicht etwa fast eine Tonne Neodym (ein Selden-Erd-Metall) in dem Generator des Windrades verbaut? Wo kommt das nur her? Es wird noch nicht etwa unter sehr laxen Umweltschutz-Auflagen in China sehr billig abgebaut? Und was ist mit dem Beton und Aluminium der anderen Bauteile und dem Plastik der Rotorblätter? Wo kommt das her und benötigt man etwa Energie für die Herstellung? Die Herstellung von Aluminium ist sehr Energie-intensiv, da hohe Temperaturen für das Schmelzen benötigt werden. Der Beton wird ja mit Zement aus Deutschland hergestellt, das ist doch umweltfreundlich oder nicht? Nun ja, die Transport-Emissionen sind zwar geringer, wenn es aus der Nähe kommt, aber beim Brennen von Kalkstein wird trotzdem CO2 frei gesetzt, da es ja ein Karbonat ist… Hm, so viel zu CO2 neutraler Stromgewinnung… ! Apropos Strom. Der kommt ja schließlich aus der Steckdose. Strommasten will ja schließlich niemand sehen. Und wie kommt der Strom dann von Nord- nach Süddeutschland??? Man verlegt breite Kabelstraßen unter der Erde. Niemand weiß jedoch, wie sich die Wärme, die diese Kabel durch den permanenten Stromdurchfluss abstrahlen, auf die Felder und die Natur auswirkt… Vielleicht können dort ja bald Südfrüchte oder anderes Obst angebaut werden, das ihr heute schon den Winter über im Supermarkt wie selbstverständlich kauft. Niemand von euch will schließlich auf Flugmangos verzichten. Erdbeeren aus Ägypten missen, Trauben aus Südafrika oder Äpfel aus Chile. Beim Honig werdet ihr vielleicht drauf schauen, dass er Bio ist, ob er aus Brasilien kommt interessiert euch nicht. Euer luxuriöses Leben wollt ihr um keinen Preis aufgeben oder wenigstens etwas einschränken. Nein, die anderen, die sollen den Klimawandel stoppen, aber bitteschön ohne, dass ihr euch zu sehr umstellen müsst. Bitte fangt erst mal bei euch selber und eurem eigenen Verhalten an! Und helft mit eurer Energie und eurem Enthusiasmus, wenigstens ein paar kleine Verhaltensänderungen in euren Familien durchzusetzen.
    Danke!

    • Jens
      Mittwoch, 20. März 2019

      Hey Nadine,

      das ist der längste Kommentar, den je jemand auf meinem Blog hinterlassen hat. 😉

      Ich tu mich ein bisschen schwer damit, all das nur an die SchülerInnen zu adressieren.
      Die Themen, die du aufführst, gehen natürlich uns alle an und sind hoch komplex.

      Am Ende kommen wir nicht drumherum: Wir müssen lernen, mit weniger zu leben und
      aufhören, die Welt mit all ihren Schätzen als Selbstbedienungsladen zu begreifen.

      Liebe Grüße

      Jens

      • Lea
        Montag, 1. April 2019

        Indem man Leute verurteilt, ändert man sie in den meisten Fällen sowieso nicht (bzw. bewirkt keine positiven Veränderungen). Natürlich, Bewusstsein schaffen für Dinge, an die ein mancher denkt, ist eine gute Sache, Man sollte dennoch versuchen mit einer positiven Einstellung andere von besseren Lebensweisen zu überzeugen. Und vor allem sollte man sich selbst nicht unterkriegen lassen von all den Dingen die derzeit so schief laufen … Sieh es mal so: In vielen Bereichen kann es nur besser werden.

        Apropos, ganz egal ob du für Ökostrom bezahlst oder nicht, aus der Steckdose kommt fast überall der selbe Strommix. Würde dennoch auch nicht verdrängen, dass Kohle usw. auch unter sehr schlechten Bedingungen abgebaut werden könnte und hier in Deutschland dann möglicherweise verbrannt wird.

  • Benjamin Baer
    Freitag, 26. Juli 2019

    Ja, Kinder, geht mit Vorbild voran fuer uns Erwachsene!

    … Generation X und Boomer sind einfach eine Katastrophe.

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